Die Gemeinschaft ist das Unmögliche
Von RUDOLF MARESCH
“Jugend” ist ja ein höchst schillernder Begriff geworden. Bei manchen dauert sie bis Ende dreißig, bei anderen bis fünfzig oder gar bis ans Lebensende. Es war und ist bekanntlich unsere Generation gewesen, die den Jugendlichkeitswahn für sich entdeckt und ihn dann kultiviert hat, von der Mode über Stilfragen und Ernährungsgewohnheiten bis hin zur Rock- und Popkultur.
Natürlich braucht es für gelingende Freund- oder Liebschaften mehr als gemeinsam veranstaltete Grill-, Sauf- oder Kiffabende. Es braucht Themen, Ideen und Gefühle, die Enthusiasmus erzeugen, einen hohen Intensitätsgrad besitzen und starke mitmenschliche Bindungen untereinander hervorrufen. Nur, wo Seele zu Seele findet, Geist zu Geist; nur, wo Zusammengehörigkeit um ihrer selbst willen und nicht wegen eines Zweckes gesucht wird; und nur, wo aus dem Ich und Du sogar ein Wir hervorgeht, kommt es zur echten Gemeinschaftsbildung. In diesem Sinne wohnt Freundschaften von Anfang an ein irrationaler Zug inne, der der Welt des Kalküls, der Buchführung und des Geldhandels unversöhnlich gegenüberstehen. (more…)